ADR Schulungen für Gefahrgutfahrer

Ohne den sogenannten ADR-Schein dürfen Berufskraftfahrer im Güterverkehr kein Gefahrgut transportieren. Eine Weiterbildung mit unserer ADR-Schulung für Gefahrgutfahrer ist daher eine sinnvolle Maßnahme.

ADR ist die Abkürzung für Accord européen relatif au tansport international des marchandises Dangereuses par Route und steht für das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.

Gefahrgüter

Unter Gefahrgütern versteht man die Art von Gütern, die Stoffe enthalten, die für die öffentliche Sicherheit, Gemeingüter oder das Leben und die Gesundheit von Menschen und Tieren gefährlich werden können. Um diese transportieren zu können, müssen Gefahrgutfahrer im Besitz der ADR Card sein, die sie dazu berechtigt, Gefahrgüter zu transportieren.

Die Schulungspflicht besteht für Fahrzeugführer, die Gefahrgut als Stück- oder Schuttgut transportieren. Darunter zählen Beförderungen in kennzeichnungspflichten Mengen von Gefahrgütern der Klasse 1 (Explosivstoffe) und Klasse 7 (radioaktive Stoffe), egal um welches Fahrzeug es sich handelt.

Exkurs Gefahrgutklassen

Mit Gefahrgutklassen werden Gefahrgüter nach Gefährlichkeit eingeteilt, man unterscheidet:

  • Klasse 1 Explosive Stoffe: Gefahrgüter oder Gegenstände, die Explosivstoffe enthalten
  • Klasse 2 Gase und gasförmige Stoffe: Reine Gase, Gasgemische und Gegenstände, die solche enthalten (Propangas, Wasserstoff etc.)
  • Klasse 3 Entzündbare flüssige Stoffe wie Benzin oder Alkohol
  • Klasse 4 Entzündbare feste Stoffe wie Kautschukreste, Zündhölzer, Phosphor, Natrium
  • Klasse 5 Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe wie Sauerstoff, Wasserstoffperoxid, Kaliumchlorat
  • Klasse 6 Giftige Stoffe wie Cyanwasserstoff, Arsen und Klinikabfälle (ansteckungsgefährliche Stoffe)
  • Klasse 7 Radioaktive Stoffe wie Uran, Plutonium etc.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe sind alle LKW-Fahrer, die gefährliche Güter auf der Straße transportieren möchten. Mit einem ADR-Schein erhöhen sich die Berufschancen für Berufskraftfahrer auf dem Arbeitsmarkt, da sie in vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden können.

Voraussetzung ist der Besitz der Führerscheinerlaubnis für die Klassen C oder CE.

Kursinhalte und Kursdauer

Die Inhalte der ADR-Schulung sind von der Industrie- und Handelskammer festgelegt. Der Kurs schließt daher auch mit einer IHK-Prüfung ab. Der ADR-Schein gilt dann für 5 Jahre, danach muss er mit einer ADR-Auffrischungsschulung erneuert werden.

In dem Kurs lernen LKW-Fahrer alles über Pflichten und Verantwortlichkeiten des Fahrzeugführers beim Transport von Gefahrgütern. Auch was hinsichtlich besonderen Vorschriften bei Verpackungen zu beachten ist.

Zudem erfahren die Teilnehmer alles über die richtige Ladungssicherung, die Kennzeichnung von Gefahrgütern und den Umweltschutz.

Der ADR-Schein gilt nicht für Tanktransporte, dafür muss eine entsprechende Aufbauschulung absolviert werden. Weitere Kurse gibt es noch für explosive Stoffe und für radioaktive Stoffe.

Der Basis-Kurs dauert 2,5 Tage, die Auffrischungsschulung 1,5 Tage. Im direkten Anschluss findet die Prüfung statt.

Prüfung

Bei der Prüfung handelt es sich um eine Multiple Choice Prüfung mit einer Dauer von ca. 30 Minuten. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, besteht Anwesenheitspflicht an allen Schulungstagen. Bei Nichtbestehen kann die Prüfung wiederholt werden.

Der ADR Schein hat eine Gültigkeit von 5 Jahren. Mit diesem können LKW-Fahrer Gefahrguttransporte für Stück. Und Schüttgut (ausgenommen Güter der Klassen 1 und 7) durchführen. Nach 5 Jahren muss der ADR-Schein erneuert werden, um bei allen Informationen rund um das Thema Gefahrgüter immer auf dem aktuellsten Stand zu sein.